Goldsteig Ultrarace 2016 – 6. Das Rennen 3.Tag

3. Tag Seebachschleife – Alpe
Montag 26.09.16
Wie jeden Tag klingelt der Wecker viel zu Früh. Erstaunlicherweise fühlt sich mein Köper super an. Die Beine konnten sich in den 5 Stunden recht gut erholen. Ich springe in meine Laufklamotten und gehe dann mit Christine frühstücken.
Kurz nach 8 bin ich wieder auf der Stecke. Bis zum nächsten Checkpoint sind es nur rund 75 km, das bedeutet, ich kann fast die komplette Strecke im hellen bewältigen. Dieser Teil der Goldsteig Alternativroute über Zwiesel, Frauenau, Spiegelau bis nach Mauth, und dem abschließenden Anstieg auf die Alpe bei Philippsreut kenne ich schon. Hier bin ich im Training schon gelaufen. Ich komme gut voran, die Strecke verläuft zu großen Teilen auf Schotterpisten, wo ich es auch laufen lasse. Der Höhepunkt dieser Strecke ist der Aussichtspunkt „Waagensonnriegel“, den ich erklimme, nachdem ich Frauenau verlassen habe.
Ich treffe mich mit Christine in Spiegelau zur ersten Verpflegung. Es gibt belegte Semmeln und Kaffee. Ich genieße die Pausen immer um etwas abzuschalten und freue mich immer sehr ein bisschen Zeit mit Christine zu verbringen. Zweisamkeit gibt es nicht viel bei diesem Lauf.
Ich laufe weiter durch den „Nationalpark Bayrischer Wald“ und stelle fest, dass der GPS Track die gleichen Fehler enthält, die auch mein Track im Training hatte. Aber was soll´s, ich bin zu faul einen großen Umweg in Kauf zu nehmen, also quere ich die Wiesen so, wie der Track es mir sagt. Das Ergebnis zählt und ich komme  doch immer wieder auf die richtigen Wege.
img_0600In Mauth treffe ich mich nochmal mit Christine. Dieser Treffpunkt war nicht geplant, aber wir beschließen spontan, hier nochmal eine kleine Pause zu machen.
Nach einer Cola mache ich mich bereit für die Nacht.  Den Aufstieg zur Alpe werde ich zu großen Teilen im Dunkeln bewältigen, denn es ist schon wieder 18 Uhr und spätestes ab 19 Uhr ist es im Wald stockdunkel.
Der Aufstieg zur Alpe ist recht einfach. Es geht zwar ständig bergauf, allerdings nicht besonders steil. Ab und an liegt ein größerer Stein im Weg, den ich aber locker überstiegen kann. Hätte ich nicht schon weit über 300 km in den Beinen, hätte ich die Passage auch laufen können, so entscheide ich mich aber für zügiges Wandern.
Weit vor meinem persönlichen Zeitplan erreiche ich die Alpe. Das gleichnamige Hotel dient heute als Quartier für die Nacht.
Christine hat schon das Zimmer bezogen, sowie meine Utensilien bereitgelegt. Sogar das Essen (gebratene Nudeln mit Beilagensalat) ist schon bestellt.
Ich trinke in der Gastwirtschaft erst einmal ein alkoholfreies Bier.
Simon, ein Mitläufer aus England, macht sich gerade fertig für die Nacht, er möchte gleich weiterlaufen.
Leider ist der Arme von wahnsinnigen Blasen geplagt. Mit einem schmerzerfüllten Schrei schlüpft er in seine Schuhe. Alleine der Schrei tut mir weh, obwohl ich bisher lediglich eine kleine Blase habe.
Simon macht sich auf den Weg in die Nacht, Christine und ich machen uns auf den Weg ins Zimmer. Christine war schon wieder sehr fleißig und hat Wäsche gewaschen. Es ist einfach der Hammer, was Sie hier jeden Tag leistet, einfach Wahnsinn.
Ich gehe schnell duschen und lege mich ins Bett um ein paar Stunden zu schlafen.
Das  ist zumindest mein Wunsch. Leider kommt weder mein Kopf noch mein Köper zur Ruhe. Ich wälze mich die ganze Nacht hin und her, bekomme kein Auge zu und treibe Christine mal wieder zur Weißglut.

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