Goldsteig Ultrarace 2016 – 9. Das Rennen 6.Tag

6. Tag St. Englmar – Falkenstein
Donnerstag 29.09.16
14813362_10207691885959671_11548949_oLeider kann ich die Gastfreundschaft des Haus Tannenhof nur kurz genießen. Aber ich fühle mich hier pudelwohl.
Während des Frühstücks studiere ich die noch übrigen GPS Tracks und gleiche diese mit meiner Planung ab. Dabei muss ich feststellen, dass auf der leicht veränderten Strecke (wegen Waldarbeiten wurde die Strecke verändert und verkürzt), nur noch knappe 100 km vor mir liegen.
Nach dem Frühstück mache ich mich wieder auf den Weg. Die Strecke führt mich vorbei am  Pröller und  über die Käsplatte.  Es ist einfach traumhaft hier. Bei strahlendem Sonnenschein laufe ich im absoluten Genussmodus.
Bereits nach 15 km, in Konzell, treffe ich mich mit Christine. Da wir super im Zeitplan sind, wollen wir heute mehr Pausen einlagen, um ein bisschen zusammen Zeit zu verbringen und um meinem Bein ein bisschen Erholung zu gönnen, um ein Finish nicht mehr zu gefährden.
Die folgenden 10 km führen mich über Wiesen, Felder und einige Ortschaften.
In der Ortschaft Landorf führt mich der GPS Track mal wieder auf einen Weg, den es in meinen Augen gar nicht gibt. Ich orientiere mich neu und verlasse den Track ein paar Meter, da ich keinen anderen Weg finde.
Eine Abkürzung ist das allerdings nicht. Der Weg zieht sich ganz schön hin. Im nachhinein habe ich mir die GPS Aufzeichnungen der anderen Teilnehmer angeschaut.
Jeder hat sich hier einen eigenen Weg gesucht. Wirklich auf dem Track war hier niemand, so dass ich glaube, dass es den Weg, den der GPS Track hier anzeigt, gar nicht gibt.
Aber sich selbständig zu  orientieren gehört zu diesem Abendteuer auch dazu. Solange man nicht unfair abkürzt, sondern nach besten Wissen und Gewissen versucht dem Track zu folgen, ist das meines Erachtens auch in Ordnung.
Kurz darauf erreiche ich Stallwang, wo Christine  mit Kaffee und Brezeln auf mich wartet.
Nach einer kurzen Pause geht’s weiter, der Weg verläuft über Wiesen, durch Wälder und Ortschaften nach Pilgramsberg, zur Wallfahrtskirche St. Ursula, Anziehungspunkt für fromme Christen. Insbesondere seit Entstehung der Marienwallfahrt 1839 pilgern Tausende von Gläubigen auf den 619,2 m hohen Pilgramsberg.
Nach weiteren 10 km erreiche ich Wiesenfelden, den letzten Treffpunkt mit Christine heute. Der Weg führt mich durch den Ort. Ich halte stets die Augen offen, da ich nicht genau weiss, wo Christine auf mich wartet. Bisher haben wir uns niemals verpasst.
Kurz nach der langen Brücke über den Beckenweiher zweigt der Track nach rechts, in Richtung Schule ab. Leider verwehrt mir ein verschlossenes Tor den Weg . Ich laufe  geradeaus weiter, und nehme die nächste Möglichkeit, rechts abzubiegen. Nach 500 m bin ich wieder auf den Track, aber auch am Ortsende und von Christine war bislang nichts zu sehen.
Da wir in  einem Medialen Zeitalter leben, schnappe ich mein Handy und rufe Sie an.
Leider erreiche ich nur die Mailbox.
Mir jagen Gedanken durch den Kopf, ist ihr was passiert oder hat sie nur kein Handynetz ?
Ich laufe entlang der Hauptstr. wieder ca. 500 m Richtung Ortsmitte, in der Hoffnung, Christine irgendwo zu finden. Ich kenne mich hier leider überhaupt nicht aus, von daher  folge ich meinem Instinkt. Auf einmal sehe ich Christine aus einer Seitenstraße auf mich zulaufen.
Ich bin total erleichtert. Wir laufen zusammen zum Auto, ich kühle nochmal das Schienbein und lasse mir Schokolade und Cola schmecken.
Dann geht´s auf die letzten 11 km für heute. Die Chancen stehen gut, dass ich Falkenstein noch bei Tag erreichen werde.
In Falkenstein möchte ich nochmal Essen und schlafen, bevor ich dann auf  die Finalen 50 km bis zum Ziel unter die Füße nehme.
Kurz vor Falkenstein muss ich nur noch eine Hauptstraße  queren und  geradeaus absteigen um wieder auf den img_0604Goldsteig zu kommen. Der Track führt direkt über eine Wiese, mit hohem Gras und Sträuchern. Ich glaube nicht, dass ich tatsächlich diesen Weg nehmen soll. Ich laufe ca. 100 m an der Straße entlang und sehe einen Weg, der  in die richtige Richtung führt. Ich nehme diesen und sehe in der Ferne schon den Ort Falkenstein. Allerdings endet mein GPS Track ca. 1 km außerhalb des Ortes.  Nach links geht es nun weiter in Richtung Ziel, ich schlage aber den Weg in die andere Richtung ein um nach Falkenstein zu gelangen. Christine hatte schon das Hotelzimmer bezogen. Da es hier aber keinen Aufzug gibt, entscheiden wir uns dafür , nur das nötigste vom Auto mit ins Zimmer zu nehmen.
Nachdem wir alles aufs Zimmer gebracht und ich geduscht habe, entscheiden wir uns, in der Gastwirtschaft des Hotels zu essen.
Hier ist einiges los, am Nebentisch wird „Schafkopfen“ gespielt und auch der Stammtisch tagt gegenüber von uns.

Noch 50 km, dann haben ich  mein lang ersehntes Ziel erreicht. Auch wenn mir immer wieder
Gedanken im Kopf rum spuken, was denn noch so alles passieren könnt, so habe ich insgeheim keine wirklichen Zweifel  daran, dass ich das Ziel erreichen werde.
Immerhin habe ich noch über 2 Tage  bis zum Zielschluss, da sollten 50 km doch machbar sein, oder?

Kommentar hinterlassen zu "Goldsteig Ultrarace 2016 – 9. Das Rennen 6.Tag"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*