Laufen im Winter – Die richtige Grundausrüstung

Viele Läuferinnen und Läufer stehen im Winter vor der Herausforderung: „Was ziehe ich an?“
Die Kleidung sollte dem Wetter trotzen, warm genug sein – aber auch nicht zu warm.

Häufig ist es gar nicht so einfach, das richtige anzuziehen. Die meisten neigen dazu, sehr warm eingepackt loszulaufen und schon nach dem ersten Kilometern fühlt man sich wie in der Sauna.

Natürlich hat jeder Mensch ein anderes Wärme und Kälte empfinden und klar macht es einen Unterscheid ob ich eine gemütliche Runde um den Block drehe oder einen langen Trail im bergigen Gelände mit großem Höhenunterschied und wechselnden Witterungsbedingungen laufe.

Es gibt dennoch eine Grundausrüstung, die ich jedem (Trail) Läufer ans Herz lege.
Am besten starten wir mal am Kopf!

Die Mütze
Viel KIMG_1193örperwäre geht übern den Kopf verloren. Von daher ist eine Mütze unabdingbar.
Zusätzlich schütz ihr eure Ohren, vor der kalten Luft oder wenn es stürmt.
Laufmützen gib es von vielen unterschiedlichen Herstellern . Zwischen 10 € und 25 € bekommt ihr hier etwas vernünftiges.

 

 

Ein Schlauchtuch
Oft wird dieses umgangssprachlich als Buff bezeichnet. Wobei Buff auch nur einer von vielen, wenn auch der bekannteste, Hersteller solcher Schlauchtücher ist. Ich trage dieses gerne um den Hals um diesen vor der Kälte zu schützen. Wenn es noch kälter wird, kann man diese aber auch über Mund und Nase ziehen um die Atemwege vor der kalten Luft zu schützen.
Oft trage ich ein 2. Schlauchtuch am Handgelenk. Das hat sich einfach als praktisch erwiesen. Probiert es einfach mal aus.

Oberbekleidung
Bei der Oberbekleidung setzte ich sehr stark auf unterschiedliche Schichten. Somit bin ich flexibel je nachdem wie kalt es tatsächlicIMG_1200hIMG_1194IMG_1201 ist.

 

 

 

1. Schicht -> Laufunterhemd (kurz oder lang)
2. Schicht -> Laufshirt kurz
3. Schicht (optional) -> Langes mitteldickes Laufshirt
4. Schicht -> Dickes Longsleeve
5. Schicht (optional) -> Regen/Laufjacke mit Membran (z.B. Gore Tex oder Pertex)
Bitte bedenkt aber, das ihr euch nicht zu warm anzieht. Es ist völlig ok, wenn euch ein bisschen kalt ist, bevor ihr in Bewegung kommt. Warm wird euch von alleine beim Laufen.

Handschuhe
Im Winter sind Handschuhe unabdingbar, obwohl ich diese meist als erstes ausziehe, wenn meine Hände warm sind.
Aber auch hier gibt es Unterschiede. Für eine klIMG_1198eine klassische Runde um den Block gibt es schon recht günstige, nicht Wasserdichte und auch nicht so dicke Handschuhe, die aber doch Zweckmäßig sind.
Wenn Ihr eher länger und autonomer unterwegs seid, wo auch mal schnell das Wetter umschlagen kann, dann empfehle ich euch dickere und vor allem wasserdichteHandschuhe. Denn wenn eure Handschuhe einmal durchnässt sind, dann zieht ihr sie besser aus, da aus dem Wärmeeffekt dann schnell ein Kühleffekt wird, gerade wenn es noch zusätzlich windet.

Hosen 
Bei dIMG_1197er Wahl der Unterbekleidung scheiden sich die Geister. Hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander.
Ich selbst laufe, auch im weiter bei 0 bis -2 Grad, schon mal in kurzen Hosen meine 10 bis 15 km Hausstrecke. Andern ist es bei + 5 Grad schon zu kalt in kurzen Hosen.
Jeder Mensch hat hier eben ein anders Kälteempfinden. Das hat nichts mir härte oder so zu tun.
Dennoch führt an einer lange Hose irgendwann kein Weg vorbei.
Ich tendiere zu den eng anliegenden Longtights. Das ist jetzt bei Männern nicht immer ein optisches Highlite, aber diese haben sich einfach als sehr praktikabel erwiesen.
Hier gibt es auch wieder unterschiedlich dicke Modelle für Sommer und Winter. Ich habe selbst 3 verschieden, wobei ich die ganz Dicke nahezu nie her nehme.
Manche Läufer schwören auf eine Long Sleeve oder Kompressionshose unter der Longtight.

Socken
Nun IMG_1196sind wir schon an den Füßen angelangt. Ich kann euch bei der Wahl der Laufsocken die Wrightsocks empfehlen. Ich nutze nur noch diese. Beim Goldsteig Ultra Race hatte ich nach über 600 km keine Blase an den Füßen und das heißt schon was.
Ich laufe Sommers wie Winters die „Mitteldicken Stride“.

 

 

Was tun gegen nasse Füße ?
Auch diese Frage bekomme ich oft gestellt und es fällt mir echt schwer, hier pauschal zu antworten.
Mal unter uns, auf meiner Hausrunde so 1 -1,5 Stunden, da nehme ich nasse Füße einfach in Kauf.
Wenn ich länger unterwegs bin, habe ich 2 Varianten zu Auswahl.

1. SchuhIMG_1199e mit Gore Tex Membran
Ist zwar ganz nett, aber auf den Trails oder beim höherem Schnee kommt dann die Flüßigkeit nicht von unten, sondern von oben in den Schuh. Das Ergebnis sind ebenfalls nasse Füße
2. Wasserdichte Socken
Diese trage ich über meine Wrightsocks, nicht als Ersatz für diese. Bei langen und nassen Touren haben diese schon gute Dienst erwiesen. Dabei geht es mir nicht immer unbedingt um die Kälte, aber wenn ihr lange mit nassen Füßen unterwegs seid, steigt natürlich die Gefahr, dass ihr euch Blasen lauft.

Beides ist aber kein „must have“. Es geht auch ohne!

Schuhe
Ich selbst habe keine Winterlaufschuhe. Zu 95 % besitze ich nur Trailschuhe unterschiedlicher Hersteller. Alle Schuhe haben mehr oder weniger Profil, aber genug um auf Schnee voran zu kommen.
Ich kenne aber auch genug Läufer, die mit Straßenlaufschuhen im Winter auch klar kommen. Die Frage ist halt auch, wo seid Ihr unterwegs ?
Hier in München ist es z.B. kein Problem, es ist fast überall gestreut und es fällt nicht so viel Schnee. In den Höhenlagen des Bayerischen Walds kann das mitunter schon anders aussehen.
Es spricht aber auch nichts dagegen, für den Winter ein neues Paar Schuhe mit Profil und Gore Tex anzuschaffen.
Aber passt euer Schuhwerk bitte immer an die Strecke an.

Wenn Ihr nun die Grundausrüstung beisammen habt, denn kanns ja auf die Laufstrecke gehen. Probiert einfach mal aus, wann ihr wie viele Schichten benötigt.

Wichtig, wenn ihr in den Bergen unterwegs seid, rechnet bitte damit, dass es in den Höhenlagen und Gipfeln, oft sehr kalt ist. Packt euch immer noch mindestens eine weitere Schicht oder Jacke in den Rucksack.
Ich wünsche euch viel Spass – Laufen im Winter ist oft traumhaft schön – genießt es.

Euer Andy

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